• Die Geisterkirche von Luková
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Die Geisterkirche von Luková

Wo einstmals die Gläubigen saßen...
Wo einstmals die Gläubigen saßen...

   Man fährt schon eine Weile durch das böhmische Hinterland, bevor man in das winzige Dörfchen Lukovà gelangt. Keine Menschen, sehr mitgenommene Gebäude, hart an der Grenze des Verfalls, und an der höchsten Stelle des Dorfes überragt die alte Kirche die kleine Gemeinde. 

 

   Immerhin geht die Georgskirche auf das Jahr 1352 zurück und sie ist in der Tat in nicht minder schlechter Verfassung als die sie umgebenden Häuser. Der bedrohliche Zustand veranlasste dann auch den Künstler Jakob Hadravá zu einer bemerkenswerten künstlerischen Installation, die diese Kirche zu einem Mekka für Fotografen gemacht hat. Geht es in der Tschechei um "Lost Places", so wird diese Kirche mit an erster Stelle genannt.

 

   Jakub Hadravá holte die inzwischen längst verstorbene Besuchergemeinde der Kirche wieder virtuell auf die verlassenen Holzbänke zurück, kleidete seine Mitstudenten für dieses Projekt in Laken- und Spitzenstoffe und fixierte sie als ausgehöhlte Gestalten in Gips, die hier den Gottesraum wieder bevölkern. 

 

   32 geisterhafte, menschengroße Figuren symbolisieren die einstmals hier lebenden Gläubigen, Sudetendeutsche, die bei Kriegsende aus Böhmen vertrieben wurden. Noch heute zeugen die alten Gräber neben der Kirche und in der näheren Umgebung von ihnen, geben den gespenstischen Figuren auf den Kirchenbänken Gesichter.

 

   Als wir eintrafen und als erste Besucher des Tages die Kirche betraten, hatten wir nur wenige Minuten die Kirche für uns, um unsere Bilder zu machen. Binnen kürzester Zeit wurde ein Besucher nach dem anderen ins Gotteshaus geschwemmt und schon bald war an ruhige und entspannte Fotografie nicht mehr zu denken, weil sich die Fotografen dicht bei dicht durch die Bänke drängten, gottlob, wir waren die ersten.

"Villa Teplá"

Der Eingangsflur
Der Eingangsflur

   Über Pfingsten war ich mit drei Fotofreunden auf Reisen, diesmal führte die Fahrt nach Tschechien zum böhmischen Kloster Teplá. Das war unsere Herberge, unser Ausgangspunkt, von hier aus starteten wir unsere fotografischen Ausflüge.

 

   Einen Steinwurf vom Kloster entfernt fanden wir, vollständig hinter Sträuchern und Bäumen versteckt, eine alte und schon sehr im Verfall befindliche Villa. Möglicherweise beherbergte sie hier vor langer Zeit ein Lyzeum, ein Internat, das konnten wir nicht mehr ergründen. 

 

 

   Über ein offenes Fenster mussten wir in das verlassene Gebäude einsteigen, wenn wir Fotos machen wollten und wir fanden beindruckende Reste eines einstmals reich ausgestatteten Gebäudes. Nicht gänzlich ungefährlich, derlei Exkursionen, denn an manchen Stellen bröckelte bereits reichlich Putz von der Wand und von der Decke oder der Fußboden barg heimtückische Löcher, Glassplitter lagen auf den Fensterbänken, speziell dort wo wir - wie andere Besucher vor uns offenbar auch - uns Zugang verschafften. Aber was sich in dem alten Gebäude uns staunenden Eindringlingen noch zeigte, war durchaus eine ganze Reihe von Fotografien wert. 

 

Kloster Bronnbach - Bursariat II

Auf dem Dachboden
Auf dem Dachboden

   Bald steht hier die Renovierung an, die Räumlichkeiten werden für die weitere Nutzung des Klosters als Tagungsstätte benötigt. Walter Hörnig und ich durften für das Kloster noch einmal die ganz besondere Stimmung dieser alten Räume festhalten, die seit Jahrzehnten ungestört vor sich hin schlummern und doch diesen spröden Charme verlassener Gemäuer ausstrahlen. Manches ist so geblieben als hätte gestern hier noch häusliches Leben stattgefunden.

 

   In all den Jahren verlieren Tapeten und Farben ihren Halt, sammeln sich Legionen toter Fliegen vor den Fenstern, finden sich noch Schwalbennester in den Fluren. Durch die verklebten und verschleierten Scheiben ein ungewohnter und neuer Blick auf das Klostergebäude gegenüber und auf den gerade renovierten Abteigarten.

 

 

 

   Sehr viele Bilder über das Kloster finden sich auf meiner eigenen Seite hierzu: 

Kloster Bronnbach

Das Bursariat II
Das Bursariat II